Fotoalbum > APRS-Experiment vom 29. Juni - 2. Juli 2002 (2. Versuch)

Treibbojenexperiment im Bodensee

Leider schlug das Treibbojenexperiment letztes Jahr im Bodensee wegen technischer Probleme fehl.
Sinn und Zweck dieses Experiments finden Sie im Bericht 2001.

Links:
1. Versuch: 29. Juni - 1. Juli 2001 (erfolglos, aber lehrreich)
3. Versuch: 26. - 29. Juni 2003 (erfolgreich)

Auch dieses Jahr hat sich Franz Sigg (HB9ASF) wieder spontan bereit erklärt - als Vertreter des Jugend Elektronik Zentrum St. Gallen (JEZ) - an den Aktivitäten des AATiS (Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V.) mitzuwirken.

Live-Bericht von Franz Sigg:

26. Juni 2002: Inbetriebnahme des APRS-Digipeaters in der Nähe des Sulzberges.

29. Juni 2002, 8.30 Uhr: Heute früh fuhren wir (Marcus, Wolfram und ich) am Rohrspitz los und setzten die Boje um 09.30h zwischen Langenargen und Romanshorn aus.  Die Aktion verlief bis jetzt äusserst erfolgreich.
Nach 7 Minuten meldete sie sich bereits auf 145.200 MHz mit Sprachausgabe und wenig später traf dann via Digipeater HB9JEZ (Sulzberg) das APRS-Signal ein.
Die Treibboje sendet auf 144.800 MHz in 1200 Baud Packet Radio in regelmässigen Abständen im APRS-Format die Positions- und Messdaten.
Ergänzend wird auf 145.200 MHz eine Sprachansage ebenfalls die Position, sowie weitere Messdaten, verbreiten. Diese Sprachansage ist nicht zeitgesteuert, sondern wird manuell, speziell auf FM-Relais unter Beachtung des laufenden Verkehrs, ausgelöst, z.B. von der Kontrollstation am AATiS-Messestand auf der Ham Radio.

In Friedrichshafen wurden wir am Hafen abgeholt und zur Messe gefahren, wo wir den Tag verbrachten. Mehr oder weniger regelmässig kamen alle acht Minuten die Positions- und Messdaten via APRS und konnten am Messestand des AATiS e.V. auf der Ham Radio präsentiert werden. Auch die Sprachausgabe klappte.

29. Juni 2002, 16.00 Uhr: Wir machten uns auf die Rückfahrt und beschlossen, der Boje noch einen Besuch abzustatten. Wir fanden sie auf Anhieb wieder dank der GPS Maus, der UI-View Software und einer Bodenseekarte.

Es ist interessant, dass sich die Boje kaum bewegt. Sie driftete innert 6 Stunden lediglich 1500 Meter nach Süden.  Wir vermuten, dass sie am Sonntag zwischen Arbon und Rorschach anlegen könnte.
Ich hoffe, sie ohne Probleme bergen zu können. Elektrische Energie ist genügend an Bord und hochfrequenzmässig läuft dieses Jahr alles stabil. Sie meldet eine Luftfeuchtigkeit von innen  47% (konstant) und aussen 97%. Ich denke, dass sie nicht absäuft.

29. Juni 2002, 22.40 Uhr: August, der Konstrukteur, ist bereits zuhause in Frankenthal eingetroffen. Er kann von dort aus die Boje total fernsteuern, z.B. hat er eben das Rundumlicht eingeschaltet. Momentan ist er dabei, für mein Ruzeichen HB9ASF eine Berechtigung zu programmieren, damit ich mit einem Passwort die Sprachausgabe aktivieren kann. Momentaner Standort der Boje DF0AIS ziemlich genau auf der Grenze HB/DL, Höhe Horn.

30. Juni 2002, 11.00 Uhr: Momentan befindet sich die Boje vor Arbon auf 47.23.43 Nord und 9.29.60 Ost (JN47RM).
Der Einsatz der Treibboje ist lediglich für das Wochenende geplant, jedoch erlauben die Genehmigungen einen Betrieb bis 7. Juli, wenn Energiehaushalt und/oder Bergung der Boje dies empfehlen.

30. Juni 2002, 15.30 Uhr: Wir haben die Boje verloren! Sie hat sich regulär gemeldet, aber einmal mit einem zu hohen Überflutungswert. Nachher hat etwas durchgedreht und sie hat sich vermutlich "aufgehängt". Marcus hat die zuletzt gemeldeten Positionen mit dem Boot angefahren, konnte aber trotz intensivem Suchen nichts finden. Es ist extrem schwierig, da sie nur wenig aus dem Wasser ragt. Wir hätten sie gestern ohne die aktuelle Position auch nicht gefunden.

30. Juni 2002, 20.00 Uhr: Nach 4 1/2 Stunden hätte ein Reset und eine Positionsmeldung über APRS erfolgen sollen. Leider hat sich nichts mehr ereignet. Vielleicht passiert in den nächsten Stunden noch etwas, Energie hat sie noch für ca. 2 Tage.
Die Boje befindet sich irgendwo in der Rorschacher Bucht und die Chance ist gross, dass sie hier angetrieben wird. Sie ist gut beschriftet und die Polizei wurde verständigt.




Auch wenn die Geschichte hier enden sollte, war es ein sehr grosser Erfolg für alle daran beteiligten Personen. Ich habe auch Logfiles von der Mission angelegt, welche zusammen mit dem UI-View das Experiment wunderbar dokumentiert. Die Fernbedienung von der Kontrollstation in Frankenthal/Ludwigshafen hat trotz der grossen Distanz über Packet Radio einwandfrei und immer funktioniert. Ich konnte heute vormittag veschiedentlich die Fernsteuerung vorführen, es existieren vom Voicemail auch Tonbandaufnahmen.
Obwohl nach dem Start alles automatisch lief, war es faszinierend, die Boje zu beobachten, sich der perfekten Kommunikation mit Digi HB9JEZ zu erfreuen und mit den Kollegen Gedanken auszutauschen.
Am Messestand war das Interesse auch sehr gross, sie haben über 100 JEZ-Prospekte gebraucht.

Im Herbst geht das Satellitenexperiment in die Luft. Die Kollegen von AATIS haben mir zugesagt, das JEZ in die Mission einzubinden. Erste Unterlagen habe ich erhalten und werde euch weiter unterrichten.

Wasserung Boje
29.6.02: Franz beim Aussetzen der Boje.

Boje im Wasser
Erster Kontakt mit dem Wasser...

APRS-MAP1
Portable HB9JEZ-Relaisstation auf dem Sulzberg

Verlorene Boje
Die "verlorene Boje" im See!
Absolut falsch, sie meldet dank GPS und APRS regelmässig und metergenau den Standort.

Ausser sie meldet sich nicht mehr...



Für weitere Auskünfte steht Ihnen unser Zentrumsleiter Franz Sigg (HB9ASF) gerne zur Verfügung.

2. Juli 2002, 11.30 Uhr: Die Boje lebt!
Nach einem Tag Schweigen hat sich die Boje gestern wieder gemeldet. Sie tauchte nachmittags bei Horn auf und sendet regelmässig alle 8 Minuten die Position auf Packet Convers ch 1013. Ich schickte Carl Clauss (HB9AKC) mit seiner Gondel los, er fand sie jedoch nicht. Am Abend dümpelte sie vor Arbon und reiste über Nacht nach Altenrhein, meistens ca. 800 m Abstand zum Land. Da kein Sturm vorhergesagt ist, lassen wir sie vorläufig drin. Die Digifunktion der Boje habe ich z. Zt. abgeschaltet. Wenn es die Situation erlaubt (Energie) sollte APRS aber wieder drin liegen. Fazit: Alle Systeme sind ok. Durch mehrmaligen Reset konnte der Softwarehänger wieder beseitigt werden.

2. Juli 2002, 14.30 Uhr: Ende gut, alles gut!
Als ich heute abend nach Hause kam, erreichte mich die Nachricht, die Boje sei um 14.30 im Naturschutzgebiet am Alten Rhein gestrandet. Ich bin mit dem Velo hingefahren und konnte sie am Strand auflesen....

Sie gab auch noch brav die Position durch, hi. Abgesehen von zwei etwas verbogenen Antennenstäben ist sie unversehrt.

Boje Landung

vy 73 de Franz

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